[Hlavicka]

 


[Post absenden]

Geschichten aus dem Tierheim

[odoslat] Link mailen
[odoslat] Text mailen
[tlacit] Seite drucken

 

Das Leben mit Igeln

30.8.2007

Das letzte Jahr im Sommer brachte man uns sechs Waisen in einem Schuhkasten. Es waren kleine, noch blinde Igeln. Mit meiner Frau zogen wir verschiedene Jungen groß, aber Igeln noch nicht. Ich begann sofort Informationen zu besorgen, damit ich weiß, wie ich mit ihnen umgehen muss. Ich wusste, dass MVDr. Zelizňáková aus Dubnica schon mehrere solche Kleinen großzog, so besuchte ich sie und erzählte ich sie über mein Problem. Anhand ihrer Erfahrungen gab sie mir einige nützliche Ratschläge und wir – meine Frau, mein Sohn Richard und ich – machten uns in die Arbeit.





Die Igel hatten sehr viel Flöhen. Wir kämmten die Flöhe über Wasser aus, da die kleinen Wesen sehr schlecht verschiedene Chemikalien ertragen und könnten verenden. Sie waren sehr dehydriert und hatten einen starken Durchfall, als sie zu uns kamen. Der Herr, der sie zu uns brachte, fütterte sie aus Unwissenheit mit einer üblichen halbfetten Milch und hoffte, dass ihre Mutter zurückkommt. Man kann ihm nichts vorwerfen, da ihn in diesem Fall seine Unwissenheit entschuldigt. Ich weiß auch nicht, wie ich mich verhalten würde, wenn ich nicht ein Fachmann wäre und keine Kontakte an solche Menschen hätte. Vielleicht auch deshalb versuche ich Ihnen unsere Erlebnisse und Erfahrungen mit der Zucht der Igel schriftlich zu vermitteln. Im Fall, wenn Sie so einen „stacheligen Säugling“ finden, können Sie in diesen Zeilen Belehrung finden.

Ihre Mama wurde wahrscheinlich zum Opfer des Straßenverkehrs, da die Jungen in einem Garten bei einer Hauptstraße Richtung Bratislava – Žilina gefunden wurden. Wir alle wissen ganz gut, wie viel Igeln jährlich auf den Verkehrswegen stirbt. Ein Igel verhält sich nämlich im Notfall ganz anders, als die Mehrheit der Wildtiere. Die Menschen können einen falschen Eindruck bekommen, dass der gefundene Igel zahm ist. Das ist auch der Grund ihres häufigen Todes. Wenn der Igel in der Gefahr ist, flieht er nicht, sondern rollt sich in einen Knäuel zusammen und wartet, was weiter geschehen wird. In der Natur kann er sich auf diese Weise fast immer retten, da seine Stacheln ihn vor den meisten Angreifern beschützen. Leider, im Fall eines Autos reicht das nicht und das Ende ist tragisch. Der Grund der häufigen Nachtspaziergänge der Igel durch die Straßen ist der überhitzte Asphalt, der in den Nachtstunden viele Insekten anzieht. Die Insekten sind die beliebteste Nahrung der Igel.

Mit meiner Frau experimentierten wir mit ihnen und die ersten Stunden gaben wir ihnen nur eine Reisbrühe zum trinken, damit wir den Durchfall loswerden. Nach vierundzwanzig Stunden gelang es uns. Danach gaben wir ihnen einen Reisbrei, mit Ziegenmilch verdünnt und leicht mit Honig versüßt. Der Brei musste genügend dünn sein, damit sie in eine Injektionsspritze aufgesaugt werden konnte. Wir fütterten sie jede zwei Stunden, auch in der Nacht, und die Kleinen tranken 1-3 ml des Breis auf einmal aus. Gegen Durst baten wir ihnen Fencheltee an. Sie tranken jedoch nur sehr wenig davon. Bei der Ankunft wiegten wir sie, sie hatten rund 40g. Täglich nahmen sie 5g zu, also unsere Nahrung tat ihnen gut.

Zuerst sahen sie nichts, aber sie konnten sich auf Grund ihres Geruchsinns sehr gut orientieren. Es überraschte mich, dass sie keine Geräusche herausbrachten. In vielen Fällen, wenn wir kleine Welpen, Kätzchen, sogar auch kleine Marder und Schweinchen großzogen, ihr Schrei war manchmal unerträglich. Wir mussten uns sehr viel Mühe geben, bis wir sie fütterten und zum Schlaf bereit machten. Bei unseren Igeln mussten wir den Wecker einstellen. Die anderen Jungen hatten keine Probleme mit dem Erwachen. Sie würden auch einen Toten aus dem Schlaf wecken. Sowie bei anderen Jungtieren ist es auch bei Igeln wichtig nach jeder Fütterung leicht ihre Bäuche zu massieren, damit sie sich entleeren können.

Wir legten sie in eine Schachtel mit feinem Heu, das wir mehrmals wechselten, meistens nach dem Füttern. Wichtig war, dass sie immer trockenes und warmes Nest hatten. Die Igel haben in diesem alter noch kein Fell auf den Bäuchen und sie haben auch keine Termoregulation.

Die angemessene Nesttemperatur haben wir durch eine Wärmeflasche erzielt, die wir in einen Baumwollstoff einwickelten und in das Nest hineinlegten. Bei der Füllung der Flasche mit Wasser achteten wir darauf, damit das Wasser nicht zu warm ist und keine Verbrennungen verursacht und damit es den Schlaf der Igel nicht stört. Die Nesttemperatur mussten wir ständig beobachten, damit das Wasser nicht zu kalt wurde.

Die angemessene Temperatur hält etwa 2-3 Stunden aus, was der Zeitspanne zwischen zwei Fütterungen entspricht. Wer kein Heu für die Auslegung des Nestes hat, kann auch kleine Stückchen verschiedener Stoffe oder Lappen benutzen. Dabei muss man darauf achten, dass sie aus einem Naturstoff, die gute Saugeigenschaften hat und nicht auftrennt, besteht. Die Igel könnten sich in die überflüssigen Fäden verwickeln und sich Verletzungen zufügen. Auf keinen Fall legen Sie das Nest mit Watte aus. Watte ist ein Material, der an den Stacheln hängen bleibt und in der freien Bewegung der Jungen im Nest hindert.

Wir verlängerten allmählich das Intervall zwischen den Fütterungen und gaben den Igeln ihre Nahrung in einem Kompottglas-Deckel. Wenn die Igel hungrig waren, verlangten sie das Futter ohne dass sie verschiedene Geräusche herausbrachten oder anders ihren Hunger äußerten. Wir wollten sie nicht stören, deshalb begannen wir ihr Verhalten zu beobachten. Wenn sie keinen Hunger hatten, waren sie sehr aggressiv und man konnte sie nicht in die Hand nehmen, ohne gestochen zu werden. Im Gegenteil, wenn sie hungrig waren, waren ihre Stacheln angenehm zu berühren, als ob sie gekämmt wären und sie nahmen keine Abwehrhaltung ein. Dann konnte man sie ruhig in die Hand nehmen. Unsere Igel begannen eine Bestrebung um selbständige Fütterung zu zeigen, als sie 70g schwer waren. Es war jedoch nötig, sie mit einer Injektionsspritze nachzufüttern. Wir fütterten sie nur mit einem Milchreis-Brei (von Nestlé), die wir allmählich verdichteten, bis sie 100g wiegten. Mit einer reinen Milch kann man kleine Igel nicht füttern. Sie zeigten noch kein Interesse an einer anderen Nahrung, auch wenn sie hungrig waren. Als eine Nahrungsergänzung diente die Paste PET VITAL- Energy. Sie schmeckte ihnen sehr.

Wir wählten ein Jungtier aus, das ein durchschnittliches Gewicht hatte und markierten es mit einer Farbe auf den Stacheln. Diesen kleinen Igel wiegten wir vor der ersten Morgenfütterung regelmäßig und beobachteten, ob er zunimmt. Andere Igeln wiegten wir nur laufend und verglichen das Gewicht mit dem „Probeigel“. Die Jungen sollen gleichmäßig zunehmen und es sollte zwischen ihnen kein größerer Unterschied sein. Wir merkten aber nichts Ungewöhnliches und ich denke, dass ein so häufiges Wiegen überflüssig ist.

Der tägliche Gewichtzuwachs sollte 3 bis 5% Sein. Die Igel nahmen im Durchschnitt täglich 5g pro Tag zu, bis sie 100g wogen. Wir beschränkten die Menge des Breis nicht. Gewöhnlich fütterten wir sie bis sie satt waren und zu trinken aufhörten. Das Minimum für eine Fütterung eines Igels war 2 ml und das Maximum 6 ml, bis sie 100g wiegten. Den Brei hatten wir nie im Vorrat. Auch die Gefäße und Injektionsspritze wuschen wir sehr gründlich nach jeder Fütterung. Gegen Durst gaben wir ihnen Fencheltee oder russischen Tee, je nach Dichte des Kots.

Mit wachsendem Gewicht wuchs auch die aktive Bewegung und bei dem Gewicht 70g hörten wir auf sie zu massieren. Heute wissen wir, dass wir fortsetzen sollten. Zwei Igel hörten ohne Massage auf zu pullern und wir merkten es gar nicht. Es traten Komplikationen ein, die sich durch Urinretention äußerten. Schließlich verendeten die zwei, auch wenn wir ihnen erhöhte Aufmerksamkeit schenkten und die letzten Tage nahm sie die Tierärztin in ihre Ordination mit. Sie verloren angeblich ihren Reflex. Auch ihre Augen öffneten sich und sie begannen sich auch durch Sehkraft zu orientieren. Ein dominanter Orientierungssinn ist bei den Igeln jedoch der Geruch. Ihr Riecher ist immer feucht und bei jeder Fütterung registrieren sie, wo sich die Nahrung befindet.

Gleich nach der Fütterung entleerten sie sich und erst dann legten wir sie in das warme Nest. Bei dem Gewicht von 100g hörten wir mit der Nachfütterung auf und die Igel aßen selbständig. Wenn sie Hunger hatten, so krochen sie aus dem Nest heraus und suchten Futter.

Das Intervall zwischen zwei Fütterungen verlängerte sich auf 4 bis 5 Stunden. Zuerst lehnten sie die Fleischnahrung ab, deshalb mischten wir das Fleisch aus der Thunfischkonserve in den Milchreis-Brei ein, deren Menge wir allmählich verringerten, bis schließlich nur das Fleisch übrig blieb. Später bereicherten wir die Nahrung durch Rohfleisch oder durch den gekochten Hühner- oder Rindfleisch, gekochten Eiweiß und Fischfilet. Als Nahrungsergänzung benutzten wir Bananenstücke oder frischen Apfel und die Paste PET VITAL. Auch wenn der Igel ein Fleischfresser ist, sollten wir ihn nicht mit Insekten, die wir in der freien Natur fangen können, füttern. Besonders Schnecken und verschiedene Würmer enthalten viele Parasiten. Den Tee tauschten wir gegen Wasser, zu der sie einen ständigen Zugang hatten. Auf Grund unserer Beobachtungen trinkt der Igel nicht viel Feuchtigkeit. Als angemessenes Futter kann auch eine Hunde- oder Katzenkonserve dienen, die schon alle wichtigen Mineralien enthält. Wir ermöglichten ihnen auch einen Auslauf in ungestörter Umgebung. In dieser Zeit hörten wir auf das Nest zu erwärmen. Die Igel behaarten sich allmählich und konnten das Nest durch ihre eigene Temperatur erwärmen.

Man muss wissen, dass der Igel kein domestiziertes Tier ist und man kann ihn nicht mir Kätzchen oder Welpen verwechseln. Es kostete uns große Mühe, bis wir das unseren Kindern beibrachten. Der kleine Igel ist eines der niedlichsten Jungtiere. Die Igel sind jedoch keine Spielzeuge und man muss damit rechnen, dass sie wieder in die freie Natur eingegliedert werden müssen. Durch ein überflüssiges Spielen und In-den-Händen-tragen verlieren sie ihre Menschenscheu und das kann für sie, wenn sie schon auf sich selbst und ihre Instinkte angewiesen werden, tödlich sein. Ich zweifle daran, dass jemand sich bemühen würde einen Igel zu retten und zugleich damit fertig würde, dass er indirekt sein Leben bedroht. Sobald es uns schien, dass der Igel uns zu vertrauen begann und sich bei einer Berührung nicht zusammenrollte, beschränkten wir den Kontakt mit ihm aufs Minimum.

Bei einem Gewicht, das sie ungefähr in ihrer achten Woche hatten, begannen sie sich so zu verhalten, als ob sie sich gar nicht kannten. Bei der Fütterung griffen sie sich gegenseitig an und schnauften sie sich ständig an. Sie brachten auch gedämpfte kreischende Geräusche heraus und in der Nacht erhöhten sie ihre Aktivität. In dieser Zeit fütterten wir sie am Abend intensiver, da sie fast den ganzen Tag über schliefen. Aus dem Nest kamen die ganze Nacht schmatzende Geräusche und lautes Knistern heraus. Sie drückten sich nicht mehr auf einer Stelle zusammen, sondern jeder wollte sein eigenes Nest aufbauen. Als wir die Streu wechselten merkten wir etwas Interessantes, was uns überraschte. Bevor sie eigenes Nest bauten, hatten sie das Heu gekaut und mit Hilfe ihrer Speichel einen grünlichen Schaum geschaffen, mit der sie dann ihre Stacheln gründlich bestrichen. Erst dann wühlten sie sich in ihre Löcher hinein und schliefen sehr lange. Bei einem zufälligen Kontakt waren sie verdrießlich zueinander, was sie auch klar offenbarten. Unter ihnen spielten sich kleine Kämpfe um das eigene Territorium ab. Wir ließen sie in einem gemeinsamen Auslauf, aber das Heu mussten wir in vier Haufen teilen. Jeder Igel schnappte sich bei der Fütterung ein Stück Fleisch und brachte es in sein Versteck. Am meisten schmeckte ihnen gekochtes Huhnfleisch (besonders die Haut), Geflügelhälse, Fischfilets, Rindfleisch, Äpfel und Biskotten. Es war fast unglaublich, wie viel Futter sie pro Nacht konsumierten.

Vorbereitung der Igel auf den Winter.

Bei der Zucht der kleinen Igel kann passieren, dass wir sie nicht so ausfüttern können, dass sie im Winter selbständig überleben können und man muss sie während des ganzen Winters pflegen, da sie noch nicht hybernieren können. Ich will Ihnen diesen Ausdruck erklären.

Hybernation ist ein komplizierter Prozess, der durch äußere Wetterbedingungen, aber auch durch die Innere Disposition des Organismus bedingt ist. Oft passiert es, dass einige Igel auch im späten Herbst noch munter sind und einige haben schon im Oktober ihren Winterschlaf. Wenn es eine Garantie gäbe, dass die Igel ohne Gesundheitsprobleme den Winter versteckt in den Blätterhaufen überleben würden, ist es nötig, dass ihr Körper mehr als 700g wiegt. Ein gesundes erwachsenes Einzelwesen sollte 1400g und mehr wiegen. Wenn die Außentemperatur unter die Null fällt, legt sich der ausgefütterte Igel sich in seinen Versteck hin und innerhalb von einigen Tagen sinkt seine Körpertemperatur auf 5°C, die Anzahl der Aufatmungen auf 6 und der Puls auf 20 Mal pro Minute. Die Igel schlafen nicht fest und von Zeit zu Zeit erwachen sie. Es passiert meistens wenn es draußen extrem warm oder auch extrem kalt ist. In einem warmen Winter sollte es nicht zu Problemen kommen, weil auch wenn der Igel kein Futter findet, verbraucht er nicht so viel Energie für Erwärmen und überlebt meistens ohne schlimme Folgen. In einem kalten Winter bleibt der Igel wach, damit er nicht erfriert. Bei dieser Art der Überwinterung kommt es zu einer großen Erschöpfung seines Organismus und im Fall, dass ihm keine Hilfe geleistet wird, wird er verenden. Leider, die Igel, die man im Winter zusammengerollt im Schnee finden kann, sind meistens bereits erfroren. Im Fall, dass er doch Lebenszeichen von sich gibt, ist es sehr wichtig, den Igel in einen Raum zu bringen, wo er aufwärmen könnte, doch die Temperatur sollte zuerst nicht mehr als 5°C sein. Wir können auf diese Weise dem Wärmeschock vorbeugen und es gibt Hoffnung, dass er wieder in Ordnung wird. In keinem Fall bemühen wir uns den aufgefundenen Igel mit Milch füttern, sondern ermöglichen ihm den Zutritt zum Trinkwasser und zum Fleischfutter. Nachdem er erwacht, kontaktieren wir einen Tierarzt, der die weitere Heilung bestimmt und eine Entwurmung durchführt. Wir lassen den Igel nicht frei und behalten ihn bis der Frühling kommt. Ein solcher Igel wird wahrscheinlich nicht mehr schlafen. Nach dem Entflöhen stellen wir ihm einen Ruhigen Platz mit einer Versteckmöglichkeit zur Verfügung und wir füttern ihn die ganze Zeit. Wenn sich die Außentemperatur auf 10°C stabilisiert, lassen wir ihn frei. Wenn wir ihn auf einer sicheren Stelle, nicht in der nähe eines Verkehrswegs oder an einem frequentierten Ort fanden, lassen wir ihn in das ursprüngliche Territorium frei. Die Igel "besetzen“ etwa 10 ha ihres Territoriums, das sie gründlich markieren und können auch aus einer mehreren Kilometer Entfernung zurückkehren.

Unsere Igel wiegten Ende Oktober schon 600g, wechselten die Milchzähne gegen Dauerzähne und hatten auch neue Stacheln. Im Bezug darauf, dass sie das normale Gewicht noch nicht erreichten, entschlossen wir uns, dass wir sie während des Winters im Tierheim behalten. In Gefangenschaft ist es nicht nötig, dass die Igel überwintern und hybernieren. Wenn sie die Möglichkeit nicht haben, den Igel zum Winterschlaf vorzubereiten, genügt es, wenn sie ihm gute Überlebensbedingungen schaffen. In unserem Fall entschieden wir uns, dass wir die Igel den ganzen Winter füttern werden. Wir haben keine guten Bedingungen für einen Winterschlaf, da es hier nicht genügend Räume gibt. In dem größten Raum unseres Tierheims, der auch für die Welpen dient, sonderten wir auch einen Platz für unsere Igel aus. Der Zwinger muss genügend räumlich und hoch sein, damit sie die Igel nicht durchklettern können. Die Igel sind nämlich sehr gute Kletterer und überwinden auch große Hindernisse. Die Wände müssen glatt sein, damit sie sich da mit ihren Krallchen nicht stützen können. Den Boden und die Wände des Zwingers müssen wir täglich waschen und desinfizieren. Jeder einzelne Igel hat seine eigene Hütte. In der freien Natur leben sie selbständig und Gesellschaft sucht er nur in der Paarungszeit. Die Igel müssen einen ständigen Zugang zum frischen Wasser haben, das wir wenigstens zweimal pro Tag wechseln. Wir füttern sie zweimal täglich bis sie satt sind. Die Abenddosis sollte die größte sein, da der Igel besonders in der Nacht aktiv ist. Wenn sie nicht genügend Futter haben, sind sie sehr unruhig und aktiv auch während des Tages. Die Nahrung sollte ausgeglichen sein mit einer überwiegenden Fleischkomponente, bzw. Katzenkonservenfutter. Der Gesundheitszustand der Igel muss regelmäßig, meistens während der Fütterung, kontrolliert werden. Wenn sie gesund sind, haben sie ein großes Appetit und können auch 200g Futter täglich essen. Zu Ende des Winters sollten sie theoretisch 1500g wiegen.

Bis jetzt schrieb ich darüber, wie man die Igel am besten überwintern kann.

Offensichtlich machten wir das gut, weil es uns gelang, sie großzuziehen, außer zwei von ihnen, die es nicht überlebten. Es wurde dadurch verursacht, dass sie zu uns noch blind und sehr erschöpft kamen. Der Winter verlief ohne Komplikationen und drei von ihnen ließen wir wieder frei. Einer blieb in der Pflege der Frau Doktor Zelizňáková, weil er sicher nicht überleben würde, oder in dem Magen irgendeines Prädators endete. Er hat Probleme mit Bewegung und in der Freien Natur hätte er keine Überlebenschance. Die oben genannte Tierärztin ist begeisterte „Igelretterin“ und so behielt sie ihn in ihrer Ordination.

Es gelang uns die Igel gut auszufüttern. Soweit sie jagen lernen, haben sie eine Chance zum Überleben. Wir ließen sie frei, wenn es wolkig war, damit sie infolge der Sonne keinen Schock erleiden. Ihr Gebiet ist jetzt ein Ort, wo es nur wenige Menschen gibt und in der Nähe befindet sich eine Wasserquelle. Hoffentlich wird es ihnen gut gehen.

Die Kinder waren auch traurig, da sie sich um sie fast neun Monate kümmerten. Doch sie begriffen, dass ein Igel auch ein Wildtier und kein Spielzeug ist. Den letzten Monat bemühten wir uns, damit sie nicht in Kontakt mit Menschen kommen, womit wir in ihnen die ursprünglichen Instinkte erweckten. Ohne Handschuhe konnten wir sie gar nicht in die Hände nehmen.

Auch mir verursachte ihre Freilassung manche Sorgen. Ursprünglich überlegte ich, dass wir sie bei dem Besuch des Vertreters von RSPCA und in Anwesenheit der Repräsentanten von Sloboda Zvierat freilassen. Ich war ein Bisschen enttäuscht, wenn wir sehr wenig Zeit hatten, aber auf der anderen Seite konnten die Kinder, die sich um die Igel kümmerten, an diesem Ereignis nicht teilnehmen. Ich bin froh, dass es schließlich gut ausgefallen ist und die Igel von den Menschen, die sich an deren Rettung beteiligten, freigelassen wurden.

 


 

Inhalt